Tag 8: Der Tourabschluss in England

Der letzte Tag meiner Reise sollte mich einmal mehr mit der Bahn in die nächste Stadt führen. Diesmal hieß das Ziel Newcastle, es ging also ins Heimatland von Frank Turner. Doch vorher ging es auf eine Walking Tour durch Edinburgh, die viel über die Geschichte der Schotten verriet.

Öffentliche Hinrichtungen soweit das Auge reicht

Der Tourguide Dave, ein Australier im Schottenrock, dem man seine große Liebe für Edinburgh anmerkt, führte unsere Gruppe immer wieder an besonders anmutende Steine im Boden der Altstadt. Mehrmals erklärte er dabei, dass dort bis ins Mittelalter öffentliche Hinrichtungen stattfanden. Diese mussten immer wieder verlegt werden, da der Besucheransturm zu groß war.

Heute hat Edinburgh mit seinen vielen geschichtsträchtigen Gebäuden, einem Schloss im Stadtzentrum und den Geschichten um Harry Potter Autorin J.K. Rowling viel mehr zu bieten. Die zweistündige Tour wirkte da fast etwas kurz.

Prioritäten für O2 Kunden

In Newcastle angekommen ging es diesmal ohne großes Sightseeing zur O2 Academy, in der mit über 2.000 weiteren Fans mein letzter Besuch der Be More Kind Tour auf dem Plan stand. Beim Einlass bot sich dabei ein Ärgernis, das es so hoffentlich nicht nach Deutschland schafft. In der O2 Academy genießen Kunden von O2 priorisierten Einlass und dürfen so die Halle vor allen anderen Besuchern betreten.

Gerade da man Frank Turner doch auch ein wenig zum Punkrock zählen darf, ist das ärgerlich. Denn bei einem Punk-Konzert sollten eigentlich alle Besucher gleichgestellt sein. Hier werden die besten Plätze aber anhand der Handyrechnung vergeben.

Ein letzter Abend des Glücks

Obwohl auch die Arkells und Homeless Gospel Choir vor deutlich mehr Menschen auftraten als an den vorherigen Abenden, wurden diese super angenommen. Vor allem die Arkells sollten dank ihrer tollen und sympathischen Auftritte viele Fans dazugewonnen haben. Mittlerweile wurde auch offiziell bestätigt, dass die Kanadier im Herbst als Headliner auf Europatour gehen. Meine Vorfreude könnte nach den fünf stimmungsvollen Auftritten der letzten Woche kaum größer sein.

Auch Frank legte einen tollen Auftritt hin und machte damit auch das äußerst betrunkene Publikum in Newcastle vergessen. Dennoch merkte man deutlich, dass Frank in seinem Heimatland noch einmal deutlich mehr Popularität genießt als in Irland und Schottland. Die Singalongs waren deutlich lauter und die Stimmung war generell ausgelassener als auf den vier vorhergegangenen Konzerten.

Einzig beim Crowdsurfen während Four Simple Words war es relativ schwer, den durchschnittlichen Alkoholpegel im Innenraum zu vergessen. Während sich Frank von seinen Fans durch den Saal tragen lies, wurde der Druck durch nachrückende Fans so groß, dass der Innenraum quasi kollektiv auf den Boden fiel. Nachdem sich die gefallenen Fans gegenseitig aufgeholfen haben, ging das Konzert aber ohne weitere Zwischenfälle zuende.

Mit dem gemischten Gefühl voller Euphorie und Abschiedsschmerz ging es zurück ins Hotel. Bereits zu diesem Zeitpunkt war mir absolut bewusst, dass sich die vielen Strapazen der insgesamt acht Tage absolut lohnten. Die fünf Konzerte von Frank werde ich sicherlich lange nicht vergessen und wie in der Einleitung beschrieben machen diese Konzerte einfach glücklich. Das gilt nicht nur am Abend des Auftritts, sondern auch in den Tagen danach. Diese sind zwar noch von Schlafmangel geprägt, doch dieser wird durch die Gedanken an acht tolle Tage mit vielen schönen Erlebnissen und spannenden Bekanntschaften einfach weggelächelt. Wer sich für eine Band mit derart tollen Livequalitäten begeistert, sollte sich eine solche Konzerttour auf jeden Fall für den nächsten Urlaub überlegen.