Tag 7: Abschluss der Clubkonzerte in Edinburgh

An Tag 7 meiner Reise ist der Moment dann doch gekommen. Ich hatte beim Aufwachen nicht den Hauch einer Ahnung, in welcher Stadt ich mich befand und welchen Tag ich gerade begehe. Nach einer kurzen Orientierungsphase war dann klar: Es geht mit dem Zug nach Edinburgh.

Touristen, Touristen, Touristen

Während die Fahrt nach Edinburgh durch großartige Landschaften erfolgt und einen sehr idyllischen Blick von Schottland vermittelt, wird man in Edinburgh quasi überrant. Beim Verlassen des Bahnhofs fiel mir direkt auf: Ich befinde mich in einer der touristischen Hochburgen Großbritanniens. Da sich der Tourismus in Edinburgh sehr zentral in der Altstadt versammelt, fühlt sich das durchaus noch schlimmer an als in London.

Doch ich kann absolut nachvollziehen, warum die Menschen in die schottische Hauptstadt pilgern. Die komplette Stadt mit dem zentral gelegenen Edinbrugh Castle und unzähligen weiteren Monumenten und Statuen bietet enorm viel. Meist muss man sich nur einmal um die eigene Achse drehen, um gleich mehrere Postkartenmotive vor der Nase zu haben. Bis auf einen kurzen Gang zum Schloss blieb allerdings wenig Erkundungszeit, bevor das vierte Frank-Turner-Konzert meiner Reise anstand.

Noch einmal im Club: The Liquid Rooms

Das Konzert in den Liquid Rooms im Herzen Edinburghs stellte einen ersten kleinen Abschluss dar. Zum letzten Mal ging es in einen kleinen Club, der circa 600 Menschen Platz bietet. Die folgenden Konzerte der Be More Kind Tour finden allesamt in Locations statt, die über Kapazitäten von mehr als 2.000 Besuchern verfügen.

Dabei sind Clubkonzerte etwas ganz besonderes. Es ist meistens sehr eng, sehr heiß und im Vergleich zu großen Hallen nochmal deutlich lauter. Das klingt im Alltag nach Folter, für ein Konzert sind das aber ideale Voraussetzungen. Zudem gibt es praktisch keinen schlechten Platz in der kompletten Venue. Selbst in der letzten Reihe bietet sich noch großartige Sicht auf die Bühne und toller Sound. In den vorderen Reihen sind einem die Künstler noch deutlich näher, als in größeren Hallen. Die Bühne grenzt meist direkt an die Barriere der ersten Reihe, während bei den klassischen Konzerthallen meist ein Abstand von mindestens einem Meter besteht. Und auch die Stimmung ist meist besser: Im Gegensatz zu Hallenkonzerten herrscht auf Clubkonzerten von vorne bis hinten tolle Stimmung.

So war das auch in den Liquid Rooms. Bereits bei den Arkells gab es erste Singalongs und die gute, positive Stimmung setzte sich nahtlos fort. Mein persönlicher Stimmungshöhepunkt war diesmal sehr früh erreicht. Als an fünfter Stelle der Setlist die ersten Klänge vom bis dato leidlich vermissten „Losing Days“ erklangen, war der Abend für mich bereits als Erfolg verbucht. Ein kurzer Plausch mit Arkells Frontmann Max und ein kurzer Austausch mit Derek (Homeless Gospel Choir) nach dem Konzert rundeten den hervorragenden Abend ab.