Tag 4: Auf den Spuren von Jon Snow

Tag vier der Reise begann erneut viel zu früh. Nur acht Stunden nach der Ankunft in Belfast geht es in den meist fotografierten Bus des Landes. Eine Game of Thrones Location Tour steht an, bevor es abends wirklich zum zweiten Konzert der Frank Turner Tour geht.

Ab zu den Iron Islands!

Die Region um Belfast stellt für Game of Thrones Fans ein echtes Schlaraffenland dar. Nicht nur die berühmten Titanic Studios, in denen sich unter anderem der eiserne Thron befindet, sondern auch viele weitere Drehorte der besten TV-Serie aller Zeiten sind in und um Belfast zu finden. Mittlerweile gibt es gleich mehrere Reiseanbieter, die Tagestrips im Game of Thrones Thema anbieten. Ich habe mich für die etwas teurere Original Game of Thrones Tour entschieden und war damit absolut zufrieden.

Als der Tour-Guide in einer Jacke der Serie den Bus betritt muss man nicht erst einen Blick auf die Aufschrift seiner Crew-Kleidung werfen um zu erkennen, dass es sich um einen echten Wildling handelt. Das wird von Richard auch schnell bestätigt: Ganze vier Jahre war er nicht nur als Extra am Set, sondern fungierte gleichzeitig als Stand In für Kristofer Hivju alias Tormund. Entsprechend gab es nicht nur jede erdenkliche Information zu den Drehorten der Show, sondern auch zusätzliche Geschichten zum Leben am Set und viele Anekdoten zu den bekannten Schauspielern.

Die Tour selbst führte am Castle Black vorbei zur Höhle, in der Melisandre in der Show ihre Schattenkreatur gebärt. Einige Kilometer weiter wird nach einem kurzen Fußmarsch die Hängebrücke überquert, von der Euron Greyjoy seinen Bruder und König Balon Greyjoy stürzt. Danach wird der Ort für das Camp besichtigt, in dem wir Zuschauer Brienne zum ersten Mal im Rahmen eines Ritterturniers kennen lernen. Auch der Hafen der Iron Islands wird besichtigt und an einem kurzen Zwischenstopp befindet sich die Trippe, die Arya Stark erklimmt nachdem sie sich in Bravos blutend aus dem Fluss rettet.

Alle Schauplätze der Tour werden im Bus durch kurze Clips angekündigt, sodass der Wiedererkennungswert noch einmal deutlich steigt. Zudem war Tour Guide Richard immer mit seinem Fotobuch für 1-zu-1-Vergleiche zur Stelle. Für Fans der Serie ist dieser Tagesausflug ein absoluter Traum. Abgerundet wird dieser Traum von einem einstündigen Aufenthalt am Giants Causeway – einem Unesco Weltkulturerbe. Auf dem Rückweg liegen dann noch die Dark Hedges, zwischen denen die Eröffnungsszene der Serie gedreht wurde.

Clubkonzert im Limelight

Zurück in Belfast ging es nach einer ganzen Stunde Pause weiter zum Limelight Club, in dem nach der Absage vom Montag nun mein zweites Konzert der Be More Kind Tour stattfindet. Das Limelight ist mit circa 600 Zuschauern restlos ausverkauft und bot in den letzten 25 Jahren bereits Größen wie Oasis oder Slayer ein Zuhause.

Wie in Dublin gab es auch hier das Wasser mit Eiswürfeln kostenlos an der Bar. Nach den Arkells betrat Frank pünktlich um 21 Uhr die Bühne und man konnte bereits sehen: Dem Mann geht es wieder deutlich besser als am Sonntag in Dublin. Durch die Genesung geht die Absage vom Montag natürlich gleich doppel in Ordnung.

Die Stimmung war in Belfast noch ein Stück besser und ausgelassener als in der Dublin Academy. Das Grundgerüst des Sets ist natürlich gleich geblieben, doch mit My Kingdom for a Horse durfte ich auf meinem 15. Konzert eine persönliche Songpremiere erleben. Daneben schaffte es erfreulicherweise beim Akustikpart auch Dan’s Song ins Set.

Ausklang mit DJ Frank

Eine Stunde nach Ende des Konzert startete die offizielle After Show Party im Limelight Nebenraum. Da als DJ kein geringerer als ein gewisser „Frank Turner“ angekündigt war, wollte ich zumindest ein paar Lieder mitverfolgen. Daraus ist dann fast eine Stunde geworden, da Franks Enthusiasmus für jede Art von Musik einfach ansteckend ist. Wenn er mit einem breiten Grinsen am Laptop steht und zwischen Don’t Stop Me Now (Queen) und Friday I’m in Love (The Cure) kurzerhand Mötörheads Ace of Spades einstreut, fällt es trotz der zehnstündigen Tagestour und des anschließenden Knozerts einfach schwer, zurück ins Hotel zu gehen.

Nach dem Konzert in Belfast ging es heute über Glasgow weiter nach Aberdeen. Was dort auf dem Programm stand und wie ich Frank’s Setlist-Grundgerüst beurteile, erfahrt Ihr morgen an dieser Stelle.