Tag 3: Offday auf der Klippe

Zu meiner persönlichen Frank Turner Tour gehören, man glaubt es kaum, auch zwei konzertfreie Tage. Während man diese bei einer Tour im Heimatland zur Regeneration nutzen kann, ist im Ausland ein größerer Ausflug möglich. Nach zwei Tagen in der Großstadt Dublin ging es für mich einmal quer über die Insel zu den weltberühmten Cliffs of Moher.

Mit dem Bus über die Insel

Die persönliche Empfehlung „Nimm in Irland Landschaft mit“ habe ich gerne angenommen und mir über das örtliche Unternehmen Darby O’Gill Tours einen Tagestrip an die Cliffs of Moher gebucht. Beim Preis wurde ich fast etwas stutzig: Nur 30 EUR für eine Tour von 8-20 Uhr an eine derart berühmte Stätte? Ja, tatsächlich.

Auf der 4-stündigen Hinfahrt musste ich feststellen, dass ich ganz klar den Zug bevorzuge. Die Belüftung ist deutlich besser und die Fahrt auf Schienen natürlich deutlich ruhiger als über schmalste irische Landstraßen. Auch die nur vier Stunden Schlaf machten die Reise nicht angenehmer. Der einzige Freund war in diesem Moment meine Wasserflasche und die Aussicht auf grün…  So viel grün.

An den Cliffs of Moher angekommen gehören diese Sorgen allerdings schnell der Vergangenheit an. Während zunächst die steife Briese ins Gesicht peitscht, wird es schnell sonnig. Mit der Sonne kommen dann auch fantastische Ausblicke auf absolut wunderbare, über Millionen Jahre geformte Klippen an der Atlantikküste. Der Gedanke, am wesentlichen „Rand“ Europas zu stehen, macht den Anblick nur noch atemberaubender. Während ich zunächst skeptisch war, ob die eingeplanten 90 Minuten nicht viel zu viel für ein paar Klippen wären, war diese anfängliche Skepsis genauso wie die Zeit vor Ort in Windeseile verflogen.

Danach gab es einen kurzen Stop in einem traditionellen irischen Pub mit Irish Roast Beef, bevor es zu „The Burren“ geht, einer weiteren Klippenformation, die liebevoll Baby Cliffs genannt wird. Auch dort bietet sich ein absolut atemberaubender Ausblick mit der Möglichkeit, über die Steine direkt an den Atlantik zu laufen.

See you soon, Dublin!

Die Rückkehr vom Tagestrip stellt für mich das Ende meiner Zeit in Dublin dar. Kaum eine Stadt hat mich auf so vielen Ebenen überzeugt. Die Sehenswürdigkeiten und Ausgehmöglichkeiten liegen alle derart günstig, dass man in einem maximal 20-minütigen Fußmarsch alles erreichen kann. Nun fehlt vielleicht das ganz große Wahrzeichen, doch es gibt ausreichend zu sehen und auch ein einfacher Spaziergang am Fluss macht Freude.

Außerdem bietet Dublin kulinarisch so einiges. Egal ob die Fast Food Pizza von Papa John’s, der hochwertige Burger von Bunsen oder das mexikanische Boojum – das Essen konnte immer überzeugen. Spätestens als mich mein Walking Tour Guide als „most irish looking guy who’s not from Ireland I’ve ever seen“ bezeichnet hat, fühlte ich mich auch ein wenig heimisch. Daran ändert auch das Hotelzimmer im vierten Stock ohne Aufzug nichts (mein Koffer ist übrigens laut Lufthansa-Waage 16 kg schwer).

Auch wenn der Abschied irgendwie schwer fiel, freue ich mich auf einen Tag in Belfast und eine große Game of Thrones Tour, bevor morgen Abend (hoffentlich wirklich) mein zweites Konzert der Frank Turner Tour stattfindet. Spielstätte ist diesmal The Limelight mit gerade einmal 500 Zuschauern.