Einleitung: Warum machst du das eigentlich?

In den nächsten acht Tagen steht auf nureinspiel.de das Offtopic im Mittelpunkt. Mit einem Konzertblog wird das Ganze etwas persönlicher als gewohnt. Dabei werde ich versuchen, Euch einen Einblick in meine Reise nach Irland und Großbritannien zu gewähren, die mich an acht Tagen auf insgesamt sechs Konzerte von Frank Turner führen wird. Zunächst möchte ich allerdings darlegen, was Konzerte für mich so speziell macht, dass ich für sechs Auftritt des gleichen Künstlers gut 4.000 Kilometer zurücklege.

Vorwort: Die Konzertposts der nächsten acht Tage orientieren sich stilistisch hin und wieder an bandanajones.de. Dort schreibt Samira, die man mit über 100 Konzertbesuchen bei Kraftklub durchaus als Superfan bezeichnen darf, über das Tourleben als Fan auf der Straße, vor der Halle und in der ersten Reihe. Ich durfte Sammy während der Kraftklub Tour im Frühjahr kennen lernen und kann euch versichern, dass sie tatsächlich so positiv verrückt ist, wie man es im Blog annimmt. Da Ihr kaum authentischere Konzertberichte finden werdet, solltet Ihr unbedingt mal rüberschauen!

Warum nur, warum?

Wer mich kennt, hat mir sicherlich früher oder später diese eine Frage gestellt: Warum gehst du so oft auf Konzerte des gleichen Künstlers? Die kurze Antwort lautet: Weil es mich immer wieder glücklich macht.

Dabei sind Konzerte für mich tatsächlich eine Gefühlssache. Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als inmitten von 1.000 Fans zu stehen, die zusammen mit einem genialen Künstler zwei Stunden lang singen, tanzen und springen. Es entsteht ein absolutes Glücksgefühl, das durch das Kollektiv noch verstärkt wird.

Egal, wie weit die Reise war. Egal, wie groß das Schlafdefizit ausfällt. Egal, wie viel Verspätung die Bahn auf der Rückfahrt anhäuft. Nach einem guten Konzert liege ich mit einem Lächeln im Bett.

More Than a Feeling

Die Glücksgefühle sind aber nicht alleine dafür verantwortlich, dass ich Konzerte absolut liebe. Es gibt durchaus rationale Gründe dafür, solche Veranstaltungen zu besuchen und weite Wege auf sich zu nehmen.

Da wäre zum Beispiel der soziale Faktor. Obwohl ich auch öfter alleine unterwegs bin, wird es auf Konzerten praktisch nie einsam. Unter Gleichgesinnten entstehen schnell Gespräche – teilweise reicht dabei der Gesichtsausdruck zur Vorband als Gesprächsstarter aus. So durfte ich auf Konzerten immer wieder Menschen kennen lernen, die ich mittlerweile im Leben nicht mehr missen möchte.

Auch das Reisen ist ein Teil meiner Konzertliebe. Meine Vorliebe für Konzerte von Frank Turner hat mich in Städte wie Portsmouth oder Nottingham geführt – Orte, die ich sonst nicht gesehen hätte. Und ganz allgemein ist das Alleinreisen angenehmer, wenn am Abend ein Konzert stattfindet. Am Ende eines langen Erkundungstour durch eine fremde Gegend ist man dann doch wieder unter den bereits erwähnten Gleichgesinnten – und fühlt sich sofort wohl.

Das ist doch immer das Gleiche

‚Sechs Konzerte vom gleichen Künstler? Wird das nicht langweilig?‘ – Die Frage ist sicherlich nicht unberechtigt, so scheint das Programm auf den ersten Blick relativ einfältig. Doch Konzerte leben nicht nur von den gespielten Liedern. Jeder Konzertabend ist einzigartig. Denn die Fans, die Location und die Grundstimmung in der Halle machen viel aus. Langeweile wird auch auf meinen persönlichen 14.-19. Konzerten von Frank Turner nicht aufkommen.

Zudem ist ein Konzert von Frank Turner keine Show. Es ist ein interaktives Ereignis, bei dem man für zwei Stunden alles um sich herum vergessen kann. Sei es der Stress im Job oder die vierte Niederlage in Folge des Lieblings-Basketballclubs (reißt euch mal zusammen, Ulmer) – in diesen zwei Stunden spielt das alles keine Rolle. Absolute Euphorie ist angesagt.

Die nächsten Tage in Dublin, Belfast  Glasgow, Aberdeen, Edinburgh und Newcastle werden sicher spannend und ereignisreich. Auf diesem Blog versuche ich, täglich über meine Reise zu posten.